Wer als Kapitalgesellschaft liquide Mittel professionell in Fonds anlegen möchte, landet früher oder später bei der FIL Fondsbank (FFB). Die Plattform der Fidelity-Gruppe ist vor allem deshalb interessant, weil sie eine breite Fondsauswahl, transparente Gebühren und ein vollwertiges Abwicklungskonto kombiniert. Bevor das erste Wertpapier gekauft werden kann, verlangt die Bank jedoch einen formalen „KYC-Parcours“, der bei Unternehmen gefühlt noch gründlicher ausfällt als bei Privatpersonen.
Schon der erste Schritt verdeutlicht den Unterschied zum Privatdepot: Der Konto- und Depoteröffnungsantrag für juristische Personen wird ausschließlich über einen Vermittler eingereicht und muss im Original mit handschriftlicher Unterschrift bei der Bank ankommen. Die FFB weist in ihrer aktuellen Ausfüllhilfe darauf hin, dass eine Firmen-Depoteröffnung – je nach Rechtsform – „ein paar Tage in Anspruch nehmen kann“; wer seine Unterlagen sauber vorbereitet, verkürzt diese Phase erfahrungsgemäß auf ein bis zwei Wochen.
Kernstück der Einreichung ist ein aktueller Handelsregisterauszug, der nicht älter als sechs Monate sein darf. Ergänzend verlangt die FFB einen Auszug aus dem Transparenzregister, um die wirtschaftlich Berechtigten eindeutig nachvollziehen zu können. Zu diesen Pflichtdokumenten kommen die Selbstauskunft für juristische Personen nach CRS/FATCA-Standard und – sofern mehr als drei Personen zeichnungsberechtigt sind – das separate Unterschriftsprobenblatt aus dem Formularshop. Für jede vertretungsberechtigte oder wirtschaftlich berechtigte Person ist eine helle, lesbare Ausweiskopie beizulegen, und zwar zwingend beidseitig und mit sichtbarer Meldeanschrift. Bei Sonderformen wie der GmbH & Co. KG verlangt die Bank sogar zwei Handelsregisterauszüge, jeweils für die Komplementär-GmbH und die Kommanditgesellschaft.
Ein Detail, das oft unterschätzt wird, ist der Legal Entity Identifier: Die zwanzigstellige Nummer muss bereits im Antrag eingetragen sein, andernfalls lehnt die FFB den gesamten Vorgang ab. Gleiches gilt für die steuerlichen Angaben; ohne TIN oder Steuernummer des Unternehmens sowie der beteiligten Personen rutscht kein Depot in die Bearbeitung. Wer den LEI erneuern muss, sollte dies also einige Tage vor dem Versand der Unterlagen erledigen, denn die Verlängerung kann bis zu 48 Stunden dauern.
Auch die Bankverbindung verdient Aufmerksamkeit: Als Referenz- oder Abwicklungskonto akzeptiert die FFB ausschließlich Konten innerhalb des Euroraums. Tagesgeldkonten oder Sparbücher werden ebenso wenig angenommen wie Institute außerhalb des SEPA-Raums. Da sämtliche Auszahlungen ausschließlich an das im Antrag hinterlegte Referenzkonto fließen, empfiehlt es sich, gleich die Haupt-Geschäftsbank der GmbH einzutragen.
Ist der Antragsbogen vollständig, alle Ausweiskopien beigefügt – und haben die Unterzeichner weder die zweite Unterschriftenzeile noch das Vermittler-Feld vergessen – wandert das Paket per Post durch den Berater direkt an das FFB-Postfach in Frankfurt. Fehlt nur ein Dokument, legt die Bank den Antrag unbearbeitet zurück; digitale Nachreichungen per E-Mail sind ausdrücklich ausgeschlossen, das Ganze muss erneut im Original eingereicht werden. Wer also gleich im ersten Anlauf alles beisammenhat, erspart sich und seinem Berater kostbare Zeit.
Fasst man die Anforderungen zusammen, entsteht ein klarer Fahrplan:
- aktueller Handelsregister- und
- Transparenzregisterauszug,
- LEI-Nachweis,
- ausgefüllter Antrag samt CRS/FATCA-Selbstauskunft,
- identifizierte Geschäftsführer – und
- bei komplexeren Strukturen ein zweiter HR-Auszug oder ein erweitertes Unterschriftsverzeichnis.
Mit diesen Unterlagen in der Mappe wird aus der vermeintlichen Bürokratie eine überschaubare Formalität, nach deren Abschluss Ihrer GmbH der volle Zugang zur Fondswelt der FIL Fondsbank offensteht.
Damit man eine Idee vom Formularwesen bekommt welches bei diesem Prozess auf die Bearbeitung wartet und schon einmal einen Blick in AGB & Co. werfen kann, hier ein aktuelles Formular zum Download. Allerdings kann dieses nicht genutzt werden, da es nicht handschriftlich eingereicht werden kann. Aber man kann natürlich handschriftlich schon einmal alle notwendigen Informationen für den persönlichen Termin mit dem Berater eintragen.














