Was ist der DiR2 eigentlich noch einmal?
Der DiR2 ist unser langfristig ausgerichteter Investmentfonds. Er ist nicht dafür gedacht, kurzfristig Gewinne zu erzielen, sondern soll über mehrere Jahre hinweg stabile Erträge liefern – idealerweise über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Deshalb setzen wir diese Strategie als sogenanntes “Kerninvestment” ein und das Portfolio innerhalb des Fonds wird eher selten umgeschichtet. Nur wenn sich die Märkte wirklich grundlegend ändern, wird reagiert.
Warum bleibt der Fonds seit Jahresanfang etwas hinter den Erwartungen zurück?
Es gibt dafür aus meiner Sicht zwei Hauptgründe:
a) Der US-Dollar hat an Wert verloren: Viele Anlagen im DiR2 sind in US-Dollar angelegt bzw. werden in US-Dollar bewertet. Wenn der Dollar nun gegenüber dem Euro fällt, sehen diese Investitionen für uns Euro-Anleger automatisch schlechter aus – selbst wenn sie in den USA gut gelaufen sind.
b) Zwei Fonds mit „Absolute Return“-Strategien haben enttäuscht: Diese Fonds nutzten ausgeklügelte Computer-Modelle, um mit Hilfe von Daten der Vergangenheit Gewinne zu erzielen. Diese Modelle haben zuletzt augenscheinlich nicht mehr funktioniert – u.a. durch neue und teils erratische wirtschaftliche Einflüsse wie die Handelszölle von Trump. Beide Fonds haben in kurzer Zeit etwa 25–30 % verloren und wurden inzwischen aus dem DiR2 entfernt.
Was gut läuft – und was (noch) nicht?
Katastrophenanleihen (CAT Bonds): Diese Anlageklasse ist unabhängig von anderen Märkten und bietet stabile Erträge. Sie hat nur wegen des schwachen US-Dollars in Euro gerechnet schlechter ausgesehen. Ohne den Währungseffekt läuft sie sehr gut – auch in Zeiten von Naturkatastrophen.
Volatilitätsstrategien (Schwankungen im Markt): Hier hat der Fonds in zwei Strategien investiert, die auf Schwankungen im US-Aktienmarkt (S&P 500) setzen. Eine davon kauft bestimmte Versicherungen (Puts), um sich abzusichern. Die andere spekuliert auf Unterschiede zwischen dem Gesamtmarkt und Einzelaktien. Diese Strategien mussten zuletzt angepasst werden, da sie kurzfristig schlechter gelaufen sind – langfristig ist aber Erholung sehr wahrscheinlich.
Staatsanleihen: Durch gestiegene Zinsen sind ältere Anleihen im Wert gefallen, aber dafür bieten neue Anleihen bessere Zinsen. Langfristig sollte sich das ausgleichen.
Inflationsgeschützte Anleihen: Diese haben sich zuletzt gut gehalten und sind für steigende Preise gut aufgestellt.
Gold: Der DiR2 ist grundsätzlich nicht gegen Währungsschwankungen USD/EUR abgesichert. Deshalb wirkt sich der schwächere US-Dollar negativ aus. Gold selbst bleibt aber langfristig interessant.
Aktien (regelbasiertes Momentum-Investment): Der Aktienfonds im DiR2 investiert nach festen Regeln – vor allem in stark wachsende Märkte. Aktuell gibt es seit den Zollstreitigkeiten eher Seitwärtsmärkte, deshalb wartet der Fonds auf neue Signale und stärkeres “Momentum”.
Kreditmärkte: Hier investiert der DiR2 in zwei Bereiche: Große Firmenkredite über sogenannte Credit Default Swaps: Diese haben sich gut entwickelt. Konsumentenkredite über Online-Banken: Diese laufen stabil und zeigen keine negativen Auswirkungen.
Optionsstrategien (Hedging): Ein spezieller Fonds im DiR2 schützt vor starken Kursrückgängen über sogenannte Put-Spreads. Er bietet einen guten Risikopuffer ohne langfristig auf Erträge zu verzichten.
Immobilien: Ein Immobilienfonds im DiR2 hatte im März eine Schwächephase, erholt sich aber seitdem. Laut Management sind die negativen Auswirkungen am Immobilienmarkt weitgehend eingepreist.
Mein Fazit für uns als Anleger dieser Core-Strategie
Die Schwäche der letzten Monate kam vor allem durch zwei Dinge:
- Die starken Verluste bei den Absolute Return-Fonds (die inzwischen entfernt wurden)
- Die Schwäche des US-Dollars (was sich langfristig wieder ausgleichen dürfte)
Die meisten der enthaltenen Anlageklassen im DiR2 sind langfristig gut positioniert. Besonders interessant sind Strategien, die unabhängig von Aktienmärkten arbeiten („Liquid Alternatives“), da sie künftig wieder mehr zur Wertentwicklung beitragen können.
Aus Sicht des Fondsmanagements ist jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, um in den DiR2 einzusteigen. Wer langfristig denkt und eine breitere Risikostreuung sucht, könnte mit dem DiR2 eine sinnvolle Ergänzung für sein Depot finden.
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