FundsMarket – THEMEN-Portfolio Halbjahres-Update 2026
Als wir das THEMEN-Portfolio in der Corona-Zeit aufgelegt haben, stand eine einfache Überzeugung am Anfang: Wer langfristig an den großen Strukturtrends teilhaben will, sollte nicht auf ein einziges Thema wetten und sich auch nicht von der Mode des Augenblicks treiben lassen. Sechs Jahre später ist aus dieser Idee ein bewährtes Konzept geworden. Und das erste Halbjahr 2026 liefert ein Lehrstück darüber, warum die Konstruktion funktioniert – und warum wir jetzt, ausnahmsweise zur Jahresmitte, eingreifen.
Das Prinzip in einem Satz
Das THEMEN-Portfolio besteht aus zehn Zukunftsthemen, jedes mit zehn Prozent gleich gewichtet. Künstliche Intelligenz, Sicherheit, Gesundheit, Finanzdienstleistungen, Industrie, Energie, Edelmetalle, Wasser, digitale Infrastruktur, Technologie – jedes Thema wird von einem sorgfältig ausgewählten Fonds oder ETF abgebildet. Einmal im Jahr, traditionell in unserer ersten Livesendung im Januar, diskutieren wir die Zusammensetzung offen und passen sie bei Bedarf an. Das war auch zum Jahresanfang 2026 so, als u.a. ein neues Thema – digitale Infrastruktur und Rechenzentren – über einen spezialisierten ETF Einzug ins Portfolio hielt.
Die Gleichgewichtung ist dabei kein Zufall, sondern Programm. Anders als ein klassischer Index, in dem heute wenige US-Technologiekonzerne das Geschehen dominieren, gibt im THEMEN-Portfolio kein Einzeltrend den Ton an. Breit gestreut ist eben nicht dasselbe wie gut aufgestellt: Zehn bewusst gewählte Themen mit gleichem Gewicht zwingen zur Disziplin und verhindern, dass ein einzelner Hype das Risiko des gesamten Depots bestimmt.
Das erste Halbjahr: ein Portfolio läuft auseinander
Zum Stichtag 24. Juni 2026 steht das Portfolio seit Jahresbeginn mit rund 14,6 Prozent im Plus – ein erfreuliches Ergebnis. Doch der Durchschnitt verbirgt, was darunter passiert. Selten lagen die zehn Themen so weit auseinander wie in diesem Jahr.
Angeführt wird das Feld vom jüngsten Neuzugang. Der ETF auf Rechenzentren und digitale Infrastruktur, erst seit Jahresanfang dabei, liegt mit über 50 Prozent Kurszuwachs an der Spitze – getragen von der enormen Nachfrage nach Kapazitäten für Künstliche Intelligenz. Dicht dahinter ein zweites, eng verwandtes Thema: Energie. Der Fonds in diesem Segment investiert entlang des Stromnetzes – in Netzausbau, Übertragung, Speicher und Effizienz. Denn der eigentliche Engpass der KI liegt nicht allein in Chips, sondern im Strom. Rechenzentren, Elektrifizierung und E-Mobilität treiben den Energiehunger in Rekordhöhen, und Unternehmen, die Kabel, Schalttechnik und Turbinen liefern, stehen vor vollen Auftragsbüchern. Auch die Themen Sicherheit, mit rund 27 Prozent im Plus, und Künstliche Intelligenz, mit rund 24 Prozent Buchgewinnen derzeit, gehören zu den klaren Treibern des Halbjahres.
Auf der anderen Seite stehen die Nachzügler. Drei Themen liegen im Minus. Das Thema Finanzdienstleistungen etwa erzählt langfristig eine überzeugende Geschichte, doch der Sektor läuft im aktuellen Umfeld schlicht nicht. Und Edelmetalle gaben mit rund minus 13 Prozent einen Teil ihrer kräftigen Rallye der Vorjahre wieder ab – ein nach einer solchen Aufwärtsbewegung wenig überraschender Rücksetzer. Fünf Themen ziehen die Wertentwicklung also nach oben, mehrere bewegen sich im Mittelfeld, drei bremsen. Genau dieses Auseinanderlaufen ist kein Defekt, sondern der Normalzustand eines thematischen Portfolios – es ist Motor und Belastungstest zugleich.
Warum jetzt ein außerplanmäßiges Rebalancing
Üblicherweise justieren wir einmal jährlich. Doch die Spreizung dieses Jahres ist so ausgeprägt, dass wir rund um die nächste Sendung im Juli ein außerplanmäßiges Rebalancing zur Jahresmitte anbieten. Der Gedanke dahinter ist weniger spektakulär, als er klingt – und genau das ist sein Wert.
Wenn ein Thema von zehn auf über fünfzehn Prozent des Depots wächst und ein anderes auf sieben schrumpft, ist die ursprüngliche Gleichgewichtung verloren. Aus dem ausgewogenen Zehn-mal-zehn-Konzept wird unbemerkt eine Wette auf die jüngsten Gewinner. Das Rebalancing stellt die Balance wieder her: Es nimmt bei den stark gelaufenen Themen Gewinne mit und stockt dort auf, wo die Bewertungen zurückgekommen sind. Damit erzwingt es mechanisch, was Anlegern emotional am schwersten fällt – Gewinne realisieren und antizyklisch nachkaufen, statt Gewinnern hinterherzulaufen und Verlierer aus Frust zu meiden. Zugleich kehrt das Depot zu seiner ursprünglich gewählten Risikostruktur zurück.
Ein praktischer Nebeneffekt kommt hinzu: Da das Rebalancing über An- und Verkäufe läuft, lassen sich realisierte Kursgewinne mit dem steuerlichen Freibetrag oder bestehenden Verlusten verrechnen – ein Grund mehr, beim eigenen Depot auf einen ausreichenden Freistellungsauftrag zu achten.
Ehrlich bleibt aber auch die andere Seite der Medaille. Wer Gewinner beschneidet, gibt mögliche weitere Aufwärtsdynamik ab; ein Thema, das eben noch lief, kann durchaus weiterlaufen. Und das Realisieren von Gewinnen kann steuerlich belasten, wenn kein Freibetrag mehr zur Verfügung steht. Rebalancing ist deshalb keine Prognose und kein Renditeturbo. Es ist eine bewusste Entscheidung für Struktur und Risikokontrolle – und die Bereitschaft, ein Stück Momentum gegen Disziplin zu tauschen. Gerade in einem Jahr mit so extremer Spreizung überwiegen aus unserer Sicht die Argumente für diesen Schritt.
Was das für Sie bedeutet
Wer dem THEMEN-Portfolio bereits folgt, erhält mit diesem Schritt vor allem eines: gelebte Disziplin statt Buy-and-Hold sich selbst überlassen. Wir diskutieren die konkrete Umsetzung transparent in der Juli-Sendung, damit jede Anpassung nachvollziehbar bleibt.
Wer das Konzept noch nicht kennt, sieht hier, wie diszipliniertes thematisches Investieren in der Praxis aussieht: zehn gleich gewichtete Zukunftsthemen, einmal jährlich überprüft, bei Bedarf nachjustiert – ein nachvollziehbares Gerüst, an dem man sich orientieren kann. Als Selbstentscheider können Sie das Modellportfolio über unseren FundsMarket eigenständig nachbilden oder sich einzelne Bausteine als Anregung für eigene Entscheidungen herausgreifen. Die Idee dahinter ist nicht, den nächsten Hype zu erraten, sondern an den großen Trends strukturiert und mit ruhiger Hand teilzuhaben.
Wichtig: FundsMarket ist ein reines Ausführungsgeschäft (Execution-Only) für Selbstentscheider. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung sowie keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einzelner Fonds oder des Modellportfolios dar. Eine Prüfung, ob die genannten Themen oder Fonds für Ihre persönliche Situation geeignet sind, erfolgt nicht. Modellportfolios werden artifiziell und parallel zu realen Mandaten geführt; ihre dargestellte Wertentwicklung kann von der eines real investierten Depots abweichen. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung (Stand 24. Juni 2026, auf EUR-Basis) sind keine Prognose und kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Kurse können steigen und fallen; Verluste bis hin zum Totalverlust einzelner Positionen sind möglich. Datenquelle Wertentwicklung: FWW GmbH.












