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Amerikas Zinsproblem: Warum 40 Billionen Dollar nicht die wichtigste Zahl sind

Das Handelsblatt hat dem Thema am vergangenen Wochenende sechs Doppelseiten (!) gewidmet.

„Das teuerste Experiment der Welt”

Acht Autorinnen und Autoren, drei Interviews, ein gutes Dutzend Charts. Die Zahl, die darin überall auftaucht, ist die amerikanische Staatsverschuldung: 40 Billionen Dollar. Diese wurde im August erstmals überschritten. Knapp acht Milliarden kommen jeden Tag dazu.

Diese Zahl ist für mich aber die unwichtigste des ganzen Beitrags.

Denn ein Schuldenberg sagt für sich genommen wenig. Japan lebt seit Jahrzehnten mit einer Bruttoschuldenquote von weit über 200 Prozent der Wirtschaftsleistung, ohne dass es je zur Finanzierungskrise gekommen wäre. Entscheidend ist nicht die Summe, sondern der Preis, den ein Staat dafür zahlen muss, und die Frage, wer diesen Preis eigentlich festsetzt. Genau dort hat sich in diesem Sommer etwas verschoben. Es betrifft Sie auch dann, wenn Sie keinen einzigen Dollar im Depot haben.

Wie aus einem Schuldenberg ein Zinsproblem wurde

2020 und 2021 war Schuldenmachen praktisch umsonst. Der Schuldenberg wuchs zu Zinsen nahe null, und solange das so blieb, war die absolute Höhe eine Fußnote für Statistiker. Diese Anleihen laufen jetzt aus. Refinanziert wird zu vier, fünf, teilweise über fünf Prozent.

Die Größenordnung: In den kommenden zwei Jahren werden rund neun Billionen Dollar an Schuldtiteln fällig. Das ist mehr als ein Viertel der ausstehenden 32 Billionen an marktgängigen US-Staatsanleihen. Hinzu kommt die laufende Neuverschuldung. Allein für die nächsten zwei Monate hat das Finanzministerium Emissionen im Umfang von 100 Milliarden Dollar angekündigt.

Was das kostet, lässt sich beziffern. Das Congressional Budget Office weist für die ersten zehn Monate des laufenden Fiskaljahres 963 Milliarden Dollar an Nettozinszahlungen aus. Das sind rund 15 Prozent aller Bundesausgaben. Für das Gesamtjahr rechnet man mit etwa 1,2 Billionen Dollar, dreimal so viel wie 2020 und mehr, als die USA für Verteidigung ausgeben.

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Quellen: Handelsblatt, Wochenendausgabe 28./29./30. August 2026, Nr. 165 („Das teuerste Experiment der Welt”, Interviews mit Mohamed El-Erian und Robin Brooks, Beitrag „Wie Anleger reagieren können”); Congressional Budget Office; Federal Reserve Board (Rede Kevin Warsh, Jackson Hole, 28. August 2026; FEDS Notes zu Hedgefonds-Positionen in US-Staatsanleihen, Juni 2026); US Treasury; EZB und Deutsche Bundesbank; Bloomberg.

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Rechts- und Datenstand: 31. August 2026.