Update: 27.05.: Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag deutlich zugelegt, nachdem Ex-Präsident Donald Trump über „positive Fortschritte“ in den Handelsgesprächen mit der EU berichtete. Er hatte zuvor angekündigt, die angedrohten Strafzölle von 50 % auf EU-Importe bis zum 9. Juli zu verschieben – nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Der marktbreite S&P 500 stieg im frühen Handel um 1,6 %, besonders zyklische Konsumwerte und Tech-Aktien legten kräftig zu. Auch der Nasdaq Composite kletterte um 1,9 %. Alle elf Sektoren des S&P 500 lagen im Plus. Parallel zeigte sich der Dollar mit einem Plus von 0,4 % fester. Ein starker Stimmungsimpuls kam zusätzlich von den US-Verbrauchern: Das Konsumentenvertrauen stieg im Mai überraschend deutlich – nach fünf Monaten Rückgang. Anleger bewerten die Kombination aus politischer Entspannung und positiver Konjunkturdaten als klares Signal für Wachstum. Auch die europäischen Börsen profitierten. Der Stoxx Europe 600 machte die Verluste vom Freitag wieder wett, der DAX erreichte ein neues Allzeithoch. Marktbeobachter gehen inzwischen davon aus, dass extreme Zölle unwahrscheinlich sind – der Druck auf beide Seiten, eine Einigung zu erzielen, ist hoch.
Update: 26.05.: Mehrere EU-Staaten drängen derzeit auf eine schnelle Einigung im Zollstreit mit den USA, um die von Donald Trump angedrohten 50-Prozent-Zölle auf EU-Importe abzuwenden. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni führte bereits ein Notfalltelefonat mit Trump und sprach anschließend mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Meloni positioniert sich als Vermittlerin zwischen Washington und Brüssel und schlug ein Gipfeltreffen der großen EU-Staaten mit Trump im Juni vor. In einem Telefonat am Sonntag konnte von der Leyen erreichen, dass Trump die Zölle bis zum 9. Juli aufschiebt. Auch Frankreich, Spanien, Irland und Belgien begrüßen die Fortsetzung der Gespräche und setzen auf Deeskalation statt Konfrontation. Die EU-Kommission will die Verhandlungen mit den USA beschleunigen: Weitere Gespräche zwischen den Chefunterhändlern beider Seiten sind bereits angesetzt. Parallel bereitet sich die EU auf eine Eskalation vor: Sollte keine Einigung erzielt werden, ist ein 21-Milliarden-Euro-Zollpaket ab dem 14. Juli geplant, zusätzlich wird über eine zweite Sanktionsliste im Umfang von 95 Milliarden Euro beraten. Trump wirft der EU vor, im Handelsstreit zu wenig Fortschritte gemacht zu haben. Er hatte ursprünglich am 2. April 20-Prozent-Zölle angekündigt, diese jedoch später halbiert und eine 90-tägige Verhandlungsfrist eingeräumt – mit Fristende am 9. Juli.
Update: 25.05.: Donald Trump hat die angedrohten 50-Prozent-Zölle auf EU-Importe vorerst bis zum 9. Juli verschoben, nachdem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen telefonisch um mehr Zeit für Verhandlungen gebeten hatte. Von der Leyen sprach anschließend von einem „guten Gespräch“ und erklärte, die EU sei bereit, die Gespräche zügig und entschlossen voranzutreiben. Die Verzögerung kommt nach Trumps vorheriger Ankündigung, ab dem 1. Juni Strafzölle wegen unbefriedigender Fortschritte zu erheben. Sein jüngster Schritt signalisiert eine mögliche Gesprächsbereitschaft beider Seiten. Die Märkte reagierten positiv: Der Euro stieg um 0,4 %, europäische Aktien-Futures legten zu. Die EU hatte zuvor ein Gegenmaßnahmenpaket im Wert von 21 Mrd. Euro vorbereitet, das bei einer Eskalation in Kraft treten könnte. Beide Seiten betonen jedoch weiterhin Differenzen, vor allem beim Umgang mit Handelsüberschüssen und strukturellen Ungleichgewichten.
US-Präsident Donald Trump hat überraschend angekündigt, ab dem 1. Juni 2025 einen pauschalen Importzoll von 50 % auf Waren aus der Europäischen Union zu erheben. Die Verhandlungen mit Brüssel bezeichnete er als „aussichtslos“. Die Märkte reagierten prompt mit deutlichen Verlusten: Der europäische Aktienindex Stoxx Europe 600 fiel um 2,1 %, die Futures auf den US-Leitindex S&P 500 lagen vor Börseneröffnung in New York 1,6 % im Minus.
Trump kritisierte in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social scharf die EU: „Unsere Gespräche verlaufen im Sande. Deshalb empfehle ich einen direkten 50 %-Zoll auf die Europäische Union ab dem 1. Juni.“ Zu den beanstandeten Punkten zählte er unter anderem Handelsbarrieren, Mehrwertsteuern, „lächerliche Unternehmensstrafen“ und unfaire Klagen gegen US-Firmen.
Die neue Eskalation folgt nur zwei Wochen nach einem Entspannungssignal im Handelsstreit mit China. Während Trump sich gegenüber Peking zuletzt versöhnlich zeigte, wird die Tonlage gegenüber Brüssel deutlich rauer. Bereits im April hatte die US-Regierung einen „Reziprozitätszoll“ von 20 % auf EU-Waren angekündigt, diesen aber bis zum 8. Juli halbiert, um Raum für Verhandlungen zu schaffen. Bestehende Zölle auf Stahl, Aluminium und Autoteile bleiben bestehen – weitere Maßnahmen gegen Pharmazeutika und Halbleiter sind angedroht.
Die EU steht nun vor der Entscheidung, entweder mit Gegenzöllen zu antworten oder auf amerikanische Forderungen einzugehen. Ein von den Mitgliedstaaten bereits genehmigtes Maßnahmenpaket im Umfang von 21 Milliarden Euro sieht Zölle von bis zu 50 % auf Produkte wie Mais, Weizen, Motorräder und Kleidung vor. Zudem prüft die Kommission eine erweiterte Liste im Volumen von 95 Milliarden Euro, die auch Boeing-Flugzeuge, Autos und Bourbon umfasst.
Besonders stark unter Druck gerieten exportorientierte Unternehmen und konjunktursensible Branchen: Die Aktie von Stellantis verlor 5 %, die der Deutschen Bank über 6 %. Der Druck auf die Europäische Zentralbank wächst – Händler preisen zunehmend Zinssenkungen ein: Die Wahrscheinlichkeit für eine dritte Zinssenkung bis Jahresende stieg laut Swaps-Markt von 15 % auf über 40 %.
US-Handelsvertreter Jamieson Greer will im Laufe des Tages mit EU-Kommissar Maroš Šefčovič sprechen. Offizielle EU-Kommentare wurden bislang zurückgehalten.
Trump hatte zuvor erklärt, dass andere Staaten weitreichendere Zugeständnisse gemacht hätten als die EU. Washington fordert unter anderem die Abschaffung nationaler Digitalsteuern und eine Lockerung der Regulierung von US-Tech-Konzernen – Forderungen, denen sich Brüssel bisher widersetzt. Stattdessen bietet die EU Gespräche über den Abbau industrieller Zölle und Kooperationen beim Umgang mit chinesischer Überkapazität an.
Mit dem neuen Zollvorstoß bekräftigt die Trump-Regierung ihren Kurs, Länder ohne „guten Willen“ mit maximalen Zöllen unter Druck zu setzen – trotz jüngster Einigungen mit Großbritannien und China. Natürlich halten wir das Thema fest im Blick und berichten weiter!












