Wer die ersten beiden Teile dieser Reihe gelesen hat, weiß jetzt zweierlei: Batteriespeicher sind ein echter, vom Wetter erzwungener Bedarf, und sie verdienen Geld an einer Volatilität, die auf absehbare Zeit eher zu- als abnimmt. Bleibt die praktische Frage, an der sich alles entscheidet: Wie kommt man als Privatanleger eigentlich rein? Denn einen Speichercontainer kauft man nicht nebenbei im Online-Banking. Es gibt mehrere Türen in diesen Markt, und sie führen in sehr unterschiedliche Räume.
Tür eins: das Direktinvestment
Der direkteste Weg ist, selbst zum Betreiber zu werden – einen Speicher zu erwerben, auf einer geeigneten Fläche zu betreiben und vermarkten zu lassen. Hier locken die höchsten Renditen; je nach Standort, Betriebsmodell und Marktentwicklung sind über die Laufzeit Größenordnungen von sieben bis achtzehn Prozent pro Jahr im Gespräch. Teilweise haben wir die Abrechnungen des ersten vollen Betriebsjahres dazu einsehen können – die Zahlen sind real. Dazu kommen steuerliche Effekte wie der Investitionsabzugsbetrag, der einen Teil der Investition vorzieht.
Der Preis dafür ist hoch, im Wortsinn. Solche Direktinvestments beginnen meist im Bereich von zweihunderttausend Euro aufwärts. Vor allem aber konzentriert sich das gesamte Risiko auf ein einziges Projekt: ein Standort, ein Netzanschluss, eine Technik, ein Betreiber. Geht dort etwas schief, gibt es nichts, was es ausgleicht. Das ist der Weg für vermögende, sachkundige Anleger, die Klumpenrisiko bewusst tragen und sich um Vertrag, Steuer und Betrieb kümmern wollen – am besten mit eigener Beratung an der Seite.
Tür zwei: Crowdinvesting
Am anderen Ende steht das Crowdinvesting. Über Plattformen kann man sich schon mit wenigen tausend Euro an einem Speicher- oder Energieprojekt beteiligen. Das senkt die Einstiegshürde dramatisch – und mit ihr den Einfluss, die Rendite und oft die Sicherheit. Häufig handelt es sich rechtlich um Nachrangdarlehen, die im Insolvenzfall hinten anstehen. Für ein erstes Hineinschnuppern mit kleinem Geld mag das taugen. Als tragende Säule einer Vermögensplanung taugt es selten.
Tür drei: der regulierte Publikumsfonds
Zwischen diesen Polen liegt ein dritter Weg, der für die meisten privaten Anleger der relevanteste sein dürfte: die Beteiligung an einem professionell gemanagten Portfolio über einen regulierten Fonds. Geschlossene Publikums-AIF und – in liquiderer Form – ELTIF bündeln das Kapital vieler Anleger und investieren es in mehrere Projekte gleichzeitig. Der Einstieg liegt hier typischerweise im Bereich von zehntausend Euro, das Risiko verteilt sich auf mehrere Anlagen, und das Ganze steht unter der Aufsicht einer regulierten Kapitalverwaltungsgesellschaft, mit Verwahrstelle, Verkaufsprospekt und Basisinformationsblatt.
Dieser Weg verlangt einen ehrlichen Tausch, den man verstehen muss: Diversifikation und Regulierung kosten Rendite. Wer die zweistelligen Erwartungen aus dem Direktgeschäft eins zu eins auf einen breit gestreuten Publikumsfonds überträgt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Realistisch bewegen sich solche Fonds bei einer Zielrendite in der Größenordnung von sechs bis sieben Prozent pro Jahr im mittleren Szenario – vor Steuern, ohne Garantie, mit echtem Verlustrisiko. Dafür bekommt man Streuung, einen professionellen Betreiber und ein reguliertes Gefäß. Das ist kein schlechterer Deal. Es ist ein anderer.
Der ehrliche Maßstab: nicht „wie viel”, sondern „wie gebaut”
Wie schon beim einzelnen Speicher gilt auch bei der Wahl des Wegs: Die versprochene Renditezahl ist der am wenigsten aussagekräftige Teil. Wichtiger sind die Fragen dahinter. Wie viele Projekte stecken im Portfolio, und wie weit sind sie – schon im Bau, schon am Netz, oder noch Präsentation und Pachtvertrag? Wie hoch sind die Kosten, die vom eingezahlten Kapital abgehen, bevor überhaupt etwas arbeitet? Wie lange ist das Geld gebunden, und wie kommt man im Notfall wieder heraus? Wie wird der Strom vermarktet – frei am Markt, abgesichert über Verträge, oder klug gemischt?
Ein regulierter Fonds nimmt einem die Antworten nicht ab, aber er macht sie nachlesbar. Prospekt und Basisinformationsblatt sind genau dafür da. Wer sie liest, statt nur auf die Headline-Rendite zu schauen, trifft eine bessere Entscheidung – in jede Richtung, auch die, es zu lassen.
Warum dieser Weg gerade jetzt interessant wird
Lange war der professionelle Speichermarkt institutionellen Investoren vorbehalten – Versicherern, Pensionskassen, großen Fonds. Erst seit Kurzem öffnen sich regulierte Publikumsvehikel, die genau diese bislang verschlossene Assetklasse für Privatanleger ab überschaubaren Beträgen zugänglich machen. Das ist die eigentliche Neuigkeit: nicht, dass Speicher Geld verdienen, sondern dass man als normaler Anleger inzwischen auf geordnetem, beaufsichtigtem Weg dabei sein kann.
Wir werden uns in den kommenden Wochen einen solchen konkreten Fonds genauer ansehen – mit allem, was dazugehört: dem Geschäftsmodell, den Zahlen, und vor allem dem Kleingedruckten. Denn bevor man über Chancen spricht, muss man die Risiken verstanden haben. Genau damit geht es im nächsten Teil weiter.












