Warum ich beim gehobenen US-Mietwohnungsmarkt bleibe – und was die aktuelle Marktdebatte daran ändert

 

Es gibt einen Satz aus einem aktuellen Fachbeitrag, der mir seit Tagen nicht aus dem Kopf geht. Christian Kunz von TSO beschreibt darin, wie sich der Vertrieb von US-Immobilienfonds verändert hat: Anleger und Vertriebspartner wollten heute genauer verstehen, wie ein Produkt mit Zinsniveau, Refinanzierung, Marktzyklen und Diversifikation umgehe. Und weiter: „Der Markt ist damit nicht einfacher geworden, sondern deutlich anspruchsvoller.”

Das ist ziemlich genau meine Arbeitsbeschreibung. Und es ist der Grund, warum ich diesen Beitrag schreibe – nicht als Nacherzählung des Cash.-Artikels von Stefan Löwer vom 8. Juli 2026, sondern als Antwort auf die Frage, die mir in Gesprächen tatsächlich gestellt wird. Sie lautet nämlich fast nie „USA ja oder nein?”. Sie lautet: „Wenn schon USA – wie denn?”

Erst einmal der Faktencheck

Bevor wir zur Struktur kommen, kurz zum Reflex. Kaum ein Thema ist in Gesprächen so emotional aufgeladen wie eine US-Investition, und der Grund heißt Donald Trump. Seit dem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 liefert die US-Politik verlässlich Schlagzeilen, und dass das auf die Anlegerstimmung drückt, bestreitet niemand in der Branche. Fabian Spindler von Jamestown führt die Zurückhaltung der Anleger ausdrücklich auf geopolitische Entwicklungen zurück.

Nur: Die Wirtschaftszahlen erzählen eine andere Geschichte. Das reale BIP-Wachstum der USA lag 2025 bei rund 2,1 Prozent, im ersten Quartal 2026 annualisiert ebenfalls bei 2,1 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2025 laut Statista rund 86.145 US-Dollar – gut 40 Prozent mehr als in Deutschland mit umgerechnet etwa 60.440 US-Dollar. Die USA sind weiterhin die mit Abstand größte Volkswirtschaft der Welt.

Ein ehrlicher Nachsatz gehört dazu: Ein Teil dieses Wachstums ist mit einer Staatsverschuldung erkauft, die ein bemerkenswertes Niveau erreicht hat – und zwar nicht erst seit Trump. Wer USA sagt, sagt auch das. Mein Punkt ist trotzdem ein anderer: Wer eine Anlageentscheidung an Schlagzeilen ausrichtet, trifft keine Anlageentscheidung. Er trifft eine Stimmungsentscheidung.

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