Vor einigen Wochen saß ich im Airport Club Frankfurt bei einem BVT-Termin zum Thema US-Mietwohnungen – mit etwas Abstand greifen wir dieses Thema heute noch einmal auf. Mittlerweile habe ich mir all die Unterlagen und Berechnungen angeschaut: Die überzeugendste Folie darin ist nicht die mit der tatsächlich beeindruckenden Wachstumsstory, sondern die mit den wenigen Verlierern.

Eine Fondshistorie, die auch die Fehlschläge zeigt

BVT legt in den Unterlagen die Renditehistorie über 21 Fonds seit 2005 offen, und zwar vollständig. Neben den Erfolgen (z.B. BVT Residential USA 1: 20,9 Prozent IRR; USA 13: 20,0 Prozent IRR und 1,59-fache Kapitalrückzahlung) steht dort auch der USA 5, ein Club Deal aus dem Jahr 2007, der den Anlegern am Ende nur die Hälfte des eingesetzten Kapitals zurückgegeben hat. USA 2 brachte über die gesamte Laufzeit gerade 3,2 Prozent IRR. Wer solche Zahlen offen in Unterlagen für Berater hinein schreibt, statt sie zu verschweigen, verdient zumindest die Aufmerksamkeit, die diese Offenheit selten bekommt. Ein Freifahrschein für den Rest der Zahlen ist das nicht, aber ein Anfang.

Der Rückgang, den man nachprüfen kann

Das zentrale Argument für neue US-Wohnimmobilien-Investments ist simpel: Es wird schlicht zu wenig gebaut, während zu viele Menschen mieten müssen. Die Fertigstellungszahlen, die BVT zeigt, lassen sich unabhängig gegenrechnen. Der Marktforscher Yardi Matrix kommt in seiner Prognose für das dritte Quartal 2026 auf einen Pipeline-Einbruch von 1,18 Millionen Wohneinheiten Anfang 2023 auf noch rund 579.000 Ende 2025, mit einem Tiefpunkt der Fertigstellungen bei etwa 444.000 Einheiten im Jahr 2027. BVTs eigene Zahl, 663.000 fertiggestellte Einheiten im Rekordjahr 2024, geschätzt nur noch 273.000 in diesem Jahr, zeigt in dieselbe Richtung. Diese Größenordnungen stammen von unabhängigen Marktbeobachtern und lassen sich nachprüfen. Dazu kommt die bekannte Erschwinglichkeitslücke: Ein Eigenheim kostet in den USA inzwischen monatlich gut doppelt so viel wie eine vergleichbare Miete, der durchschnittliche 30-Jahres-Hypothekenzins lag im September laut Freddie Mac bei 6,71 Prozent.

Nur: Der Effekt auf die Mieten braucht Zeit. Die Mietsteigerungen dümpeln aktuell bei rund 0,1 Prozent im Jahresvergleich, für 2027 werden 1,5 Prozent erwartet, für 2028 gut 2 Prozent. Wer hier auf schnelle Ausschüttungssprünge hofft, verwechselt eine mittelfristige Angebotslücke mit einer kurzfristigen Kaufgelegenheit.

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Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung auf Basis von Unterlagen des Anbieters BVT sowie unabhängiger Marktquellen (unter anderem Yardi Matrix, Green Street, Freddie Mac) und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er ist keine Empfehlung zum Erwerb einer konkreten Beteiligung. Alle genannten Rendite- und Bewertungszahlen stammen aus Prognosen, Schätzungen oder vorläufigen Bewertungen des Anbieters zum Zeitpunkt der Präsentation und sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Entwicklung. Geschlossene Sachwertbeteiligungen dieser Art sind mit erheblichen Risiken bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden, es besteht keine Kapitalgarantie und keine Einlagensicherung, die Anteile sind nur eingeschränkt handelbar. Für eine konkrete Anlageentscheidung sind ausschließlich der aktuelle Verkaufsprospekt, das Basisinformationsblatt und die Jahresberichte des jeweiligen Anbieters maßgeblich. Stand der Angaben: September 2026.