Es war kaum zu übersehen, Anfang März 2026. Auf allen Nachrichtenkanälen brannte die Skyline von Dubai, zumindest dem Anschein nach. Raketen über dem Burj Khalifa, Drohnen über dem Persischen Golf — wer nur die Überschriften las, musste glauben, die Vereinigten Arabischen Emirate stünden in Flammen. Die Wirklichkeit war differenzierter. Und sie ist es bis heute.
Zur Faktenlage
Seit dem 28. Februar 2026 beschoss Iran die VAE im Zuge seiner Vergeltungsoffensive gegen die amerikanisch-israelische Operation mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Das UAE Ministry of Defence veröffentlichte täglich offizielle Zahlen. Am ersten Angriffstag wurden 137 ballistische Raketen und rund 209 Drohnen detektiert — ein massiver Erstschlag, der seinesgleichen sucht. Danach sank die tägliche Angriffsintensität auf durchschnittlich neun bis zehn ballistische Raketen und rund 20 bis 30 Drohnen. Das ist militärisch ernst zu nehmen. Es ist aber etwas anderes als das apokalyptische Bild, das viele Medien zu Beginn zeichneten.
Was oft unterging: Die Abfangquote der emiratischen Luftverteidigung — gestützt auf amerikanische THAAD- und Patriot-Systeme — war außergewöhnlich hoch. Von insgesamt 537 ballistischen Raketen und 2.256 Drohnen, die bis Anfang April detektiert wurden, wurden nahezu alle abgefangen. Einschläge gab es, Trümmer fielen auf bewohntes Gebiet, es gab Schäden und auch ganz vereinzelt tragische Todesfälle. Das sind keine Zahlen, die man kleinredet. Aber sie sind auch weit entfernt von dem städtischen Kollaps, den manche Headline nur zu gerne suggerierte.
Am 8. April 2026 trat ein von Pakistan vermittelter Waffenstillstand zwischen Iran und den USA in Kraft. Am 9. April meldete das Verteidigungsministerium erstmals seit 41 Tagen: keine detektierten Angriffe. Seit dem 10. April liegen keine weiteren offiziellen Abfangberichte mehr vor. Die Lage in den VAE ist, gemessen an den offiziellen Quellen, stabil.
Wer Dubai oder Abu Dhabi kennt, der weiß: Die Region läuft wieder. Märkte, Restaurants, Büros, der Flughafen — der Alltag ist zurückgekehrt. Wer dort lebt, arbeitet. Wer dort Geschäfte hat, macht Geschäfte.
Aber was fehlt, und das spürt man deutlich, sind die Touristen
Die Buchungszahlen sind eingebrochen, die Hotellobbys ungewohnt still, die Strände leerer als je zuvor zu dieser Jahreszeit. Das ist verständlich. Menschen, die von außen auf die Region schauen und primär Bilder von Raketenabfangoperationen gezeigt bekommen, buchen nicht spontan einen Städtetrip in die VAE — das ist eine ganz rationale Reaktion. Ich selbst käme nicht auf die Idee, aktuell in die Emirate zu fliegen. Erst einmal abwarten. Zudem laufen wir jetzt auf die heißen Monate Mai bis September zu. So denken vermutlich alle die, die nicht “müssen”.
Aber es lohnt sich, den Blick zu schärfen: Was in den vergangenen Wochen medial als permanente Bedrohungskulisse inszeniert wurde, war militärisch ernst, städtisch aber beherrschbar. Die VAE haben eine der modernsten Luftverteidigungen der Welt — und das hat sich bewahrheitet. Wer heute zum Beispiel durch die Innenstadt von Dubai läuft, sieht keine Kriegsschäden, sondern eine Millionenmetropole, die funktioniert und wieder auf Besucher wartet.
Der Rauch hat sich verzogen. Die Schlagzeilen noch nicht ganz. Die Medien und der Influenzer-Hass haben den Emiraten aus meiner Sicht mehr geschadet als die unentschuldbaren Angriffe des Iran.













