Die Welt der Superreichen ist in Bewegung geraten. Kaum ein anderes Thema elektrisiert die politische Klasse derzeit so sehr wie die Frage, wie sich das Vermögen einer kleinen globalen Elite gerechter besteuern lässt. In Zeiten klammer Staatskassen, aufgeblähter Haushalte und wachsender sozialer Ungeduld rückt der Blick unweigerlich auf jene, die in Penthousewohnungen über den Dächern der Metropolen residieren und deren Bankkonten selbst in Krisenjahren nicht schrumpfen. Doch während die einen von „Beitragsgerechtigkeit“ sprechen, wittern die anderen den fiskalischen Beutezug eines gierigen Staates – und stimmen mit den Füßen ab.
Großbritannien, einst Sehnsuchtsort für Millionäre mit Sinn für Tradition und Steuervorteile, ist zum Labor dieser Entwicklung geworden. Mit dem abrupten Ende der sogenannten Non-Dom-Regelung – jenem historischen Relikt aus imperialen Zeiten, das ausländisches Einkommen von der britischen Steuerlast befreite, solange es nicht ins Land floss – hat das Vereinigte Königreich einen radikalen Schnitt vollzogen. Seit April 2025 ist Schluss mit der Fiktion des steuerlichen Exils im eigenen Land. Wer in London lebt, dort Kinder in Privatschulen schickt und von den Segnungen des britischen Lebens profitiert, soll nun auch britische Steuern zahlen – und zwar auf weltweite Einkünfte.
Die Regierung, ob konservativ oder Labour, präsentiert den Schritt als Gebot der Fairness. Die Mittelschicht stöhnt unter Abgaben, der öffentliche Dienst ächzt unter Sparvorgaben, die Infrastruktur bröckelt – da wirkt der steuerliche Sonderstatus einiger Tausend Superreicher wie ein Anachronismus. Doch was in den Parteizentralen als moralischer Fortschritt gilt, löst in den gläsernen Büros der Vermögensverwalter Panik aus. Denn die Non-Doms waren mehr als nur Steuerzahler: Sie waren Investoren, Sammler, Stifter – und nicht selten das diskrete Rückgrat ganzer Wirtschaftszweige.
Die Reaktion folgte prompt. Namen wie John Fredriksen, Nassef Sawiris oder Richard Gnodde kursieren in den Wirtschaftsteilen – Symbolfiguren eines Exodus, der weniger spektakulär als still, aber dafür umso endgültiger verläuft. Die neue Generation der Hochvermögenden denkt global, nicht national. Heimat ist dort, wo die Bilanz stimmt und die Regeln kalkulierbar bleiben. Für viele führt der Weg – wenig überraschend – gen Süden: Abu Dhabi, Dubai, Singapur, Städte, die in den letzten Jahren das Konzept des steuerfreien Luxus zur Perfektion getrieben haben.
Doch während Großbritannien seine fiskalische Gerechtigkeit zelebriert, öffnen sich andernorts diskret neue Türen. Zwei Länder innerhalb Europas stechen hervor – Irland und Malta. Beide pflegen seit Jahren ihr eigenes Verständnis von Steuergerechtigkeit: pragmatisch, investorenfreundlich, subtil. Wir schauen nachfolgend genauer hin.
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