Wer heute ein global diversifiziertes Depot hält, fühlt sich meist gut aufgestellt. MSCI World, ein paar Schwellenländer dazu, vielleicht noch US-Staatsanleihen als Stabilitätsanker – fertig ist das Weltportfolio. Doch diese Selbstwahrnehmung hat einen blinden Fleck, und die professionellsten Investoren der Welt haben ihn gerade zum Thema des Jahres gemacht: die Dollarkonzentration.
Der aktuelle UBS Global Family Office Report 2026, für den 307 Family Offices mit einem durchschnittlichen Familienvermögen von 2,7 Milliarden US-Dollar befragt wurden, liefert dazu bemerkenswerte Zahlen. 65 Prozent der Befragten erwarten, dass das Vertrauen in den US-Dollar als Weltreservewährung im kommenden Jahr schwächer wird. Nur sechs Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Noch aufschlussreicher: 47 Prozent der Family Offices bezeichnen sich selbst als überexponiert gegenüber dem Dollar – beim Euro sind es gerade einmal sieben Prozent, beim Schweizer Franken drei Prozent. Der Dollar ist die einzige Währung, bei der ein substanzieller Teil der Profis das eigene Engagement für zu hoch hält.
Warum Sie das mehr betrifft, als Sie denken
Die naheliegende Reaktion eines deutschen Privatanlegers lautet: „Ich habe doch gar keine Dollaranlagen.” Ein Blick ins Depot widerlegt das schnell. Im MSCI World stecken rund 70 Prozent US-Titel, allesamt in Dollar notiert und in Dollar wirtschaftend. Wer zusätzlich einen Nasdaq- oder S&P-500-ETF hält, verstärkt die Konzentration weiter. Das Ergebnis: Ein typisches „Weltportfolio” deutscher Selbstentscheider trägt ein Währungsrisiko, das dem eines amerikanischen Anlegers näherkommt als dem eines europäischen.
Das war lange kein Problem – im Gegenteil. Der starke Dollar hat Euro-Anlegern über Jahre zusätzliche Rendite beschert. Doch genau diese Rückenwind-Erfahrung ist tückisch: Sie hat viele Anleger vergessen lassen, dass Währungseffekte in beide Richtungen wirken. Ein Weltportfolio kann in Dollar steigen und in Euro dennoch stagnieren.
Die nachfolgenden Inhalte sind geschützt
Bitte registrieren Sie sich für die Inhalte dieser Website oder nutzen Sie Ihre bekannten Log In Daten (Username und Password) um die Inhalte freizuschalten. Um diesen Beitrag freizuschalten ist ein Status ab GOLD erforderlich. Wir bitten um Verständnis.












