Im vergangenen Jahr 2025 hat sich ein Mandant von mir zu einem Schritt entschlossen, den viele lange erwägen, aber nur wenige konsequent gehen: Er hat seinen Lebensmittelpunkt von Deutschland in die Schweiz verlegt. Nicht aus einer spontanen Laune heraus, sondern nach reiflicher Überlegung, mehreren Aufenthalten vor Ort und einer sehr klaren Vorstellung davon, wie er künftig leben wollte.

Das Ziel war bewusst kein urbanes Zentrum. Weder Zürich noch Zug standen ganz oben auf der Liste. Gesucht war ein Ort, der Ruhe bietet, Weite zulässt und gleichzeitig eine funktionierende Anbindung an Wirtschaft, Infrastruktur und Europa nicht verliert. Am Ende fiel die Entscheidung auf eine Hanglage auf der Südseite des Bodensees – leicht erhöht, mit freiem Blick über das Wasser und genügend Abstand zum touristischen Trubel der Ufergemeinden.

Was diesen Ort auszeichnet, ist weniger ein einzelnes Merkmal als vielmehr die Kombination aus Landschaft, Struktur und Alltagstauglichkeit. Die Region liegt auf einer sonnigen Terrasse oberhalb des Sees. Von hier aus öffnet sich der Blick nach Norden und Nordwesten, über das Rheintal hinweg bis zum gegenüberliegenden Ufer. An klaren Tagen reicht die Sicht weit nach Deutschland hinein. Diese Weite ist kein gelegentlicher Luxus, sondern Teil des täglichen Lebens – sie prägt Licht, Stimmung und Rhythmus.

Gleichzeitig bleibt der Ort eindeutig dörflich. Keine Einkaufsmeile, keine Fußgängerzone mit Kettenläden, kein Durchgangsverkehr. Stattdessen eine überschaubare Struktur, gewachsen, gepflegt, mit einem klaren Fokus auf Wohnen. Der Alltag ist ruhig, aber nicht abgeschieden. Grundversorgung ist vorhanden, vieles läuft persönlich und lokal. Größere Einkäufe oder kulturelle Angebote liegen bewusst außerhalb – eine kurze Autofahrt entfernt, aber nicht vor der Haustür. Genau diese Trennung empfand mein Mandant als Gewinn: wohnen dort, wo es ruhig ist, und erledigen, was nötig ist, dort, wo es sinnvoll gebündelt ist.

Ein entscheidender Faktor war die Mobilität. Trotz der Hanglage ist die Region hervorragend angebunden. Mit dem Auto erreicht man in kurzer Zeit die Zentren am Bodensee, das Rheintal und die Ostschweiz. Auch überregional ist man erstaunlich schnell unterwegs:

Mit dem Auto lassen sich zentrale Orte des bisherigen Lebens wie Erlangen, seine alte Heimat, in etwa 3,5 bis 4 Stunden erreichen; München liegt mit rund 2,5 bis 3 Stunden Fahrzeit so nah, dass berufliche Termine oder private Besuche gut planbar bleiben. Zürich ist in etwa anderthalb Stunden erreichbar und damit fast ein erweiterter Nahbereich, sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Auch Frankfurt bleibt mit ungefähr vier bis viereinhalb Stunden Distanz im realistischen Radius für regelmäßige Reisen. Und schließlich öffnet sich nach Süden hin eine weitere Perspektive: Der Gardasee ist in rund viereinhalb bis fünf Stunden erreichbar und damit nah genug, um weiterhin den geliebten Wechsel zwischen Alpen, See und mediterranem Raum tatsächlich zu leben. Diese Distanzen machen den Ort nicht zu einem Rückzugsgebiet am Rand, sondern zu einem gut angebundenen Ausgangspunkt zwischen alter Heimat, neuem Lebensmittelpunkt und europäischem Süden.

Ergänzt wird das Ganze durch ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz, das die Region mit den nächstgelegenen Bahnhöfen und Städten verbindet – nicht urban, aber zuverlässig.

Neben Lebensqualität und Lage spielte auch der finanzielle Rahmen eine Rolle. Der Kanton, in dem sich dieser Ort befindet, gehört seit Jahren zu den steuerlich moderaten Regionen der Schweiz. Ohne aggressive Gestaltung, ohne Sondermodelle ergibt sich für gut verdienende Ehepaare eine spürbar geringere Steuerbelastung als in vielen deutschen Ballungsräumen. Entscheidend war dabei nicht die absolute Minimierung, sondern die Kombination aus Planbarkeit, Rechtssicherheit und einem Umfeld, das langfristige Entscheidungen unterstützt.

Auch der Wohnungsmarkt erwies sich als angenehm bodenständig. Im Vergleich zu stark nachgefragten Kantonen bleiben Mieten auf einem Niveau, das hochwertige Lagen mit Aussicht ermöglicht, ohne in spekulative Preisbereiche vorzustoßen. Für meinen Mandanten war das ein wichtiges Signal: Hier dominiert nicht kurzfristiger Hype, sondern eine gewachsene Nachfrage. Gehen wir also nachfolgend auf Steuern, Kosten, Immobilienpreise, Mieten etc. noch etwas detaillierter ein.

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