Auf meinem Schreibtisch liegt seit Wochen eine Mappe, die ich sonst eher selten anlege: eine Due Diligence zu Immobilien-Investments auf der Insel Sansibar. Nicht für einen Fonds, nicht für eine Anlageklasse, sondern für Mandanten, die mir eine Frage stellen, die vor fünf Jahren kaum jemand gestellt hat. Sie lautet nicht: Wo bekomme ich die beste Rendite? Sie lautet: Wo habe ich einen Plan B?

Und genau hier beginnt das Missverständnis. Wer eine solche Immobilie mit dem Taschenrechner für Mietrenditen bewertet, hat schon die falsche Frage gestellt. Ein Plan B ist kein Investment. Er ist eine Option auf Aufenthalt, auf Bewegungsfreiheit, auf ein zweites Standbein außerhalb Europas. Der Ertrag, den er liefert, steht in keiner Renditetabelle. Deshalb möchte ich das Thema heute so durchgehen, wie ich es mit einem Mandanten durchgehen würde: der Reihe nach, mit Zahlen, und ohne den üblichen Prospekt-Optimismus.

Die Nachfrage hat einen Grund, und der ist nicht die Rendite

Ein Teil meiner Mandanten empfindet die politische Großwetterlage in Europa als belastend. Eine Debatte über Aufrüstung und Wehrdienst, steigende Staatsquoten, der wiederkehrende Eindruck, private Vermögen könnten stärker in die Pflicht genommen werden. Ob man diese Sorge teilt, ist eine persönliche Frage, und ich bewerte sie hier nicht. Als Berater nehme ich sie ernst, weil sie das Verhalten verändert: Menschen, die vor zehn Jahren über die nächste Fondsallokation gesprochen haben, sprechen heute über geografische Streuung, die den Kontinent verlässt.

Wenn ich diese Gespräche ordne, folgen sie fast immer derselben Prioritätenliste. Zuerst: heraus aus dem unmittelbaren europäischen Rechts- und Zugriffsraum. Dann: weit genug weg, um nicht Teil desselben Krisenherds zu sein, gern die Südhalbkugel aus geostrategischen Überlegungen. Danach kommt ein sehr praktischer Punkt, den viele unterschätzen: möglichst nah an der deutschen Zeitzone, damit Arbeit und Familie erreichbar bleiben. Erst zuletzt folgen Lebensqualität, Stabilität vor Ort und, als angenehme Zugabe, ein dauerhaftes Einreisevisum. Nur für ein Visum ohne Gegenwert zahlen wenige gern. In Verbindung mit einem eigenen Sachwert sieht die Sache anders aus. Immer öfter fällt in diesen Gesprächen ein einziges Wort als Antwort: Sansibar.

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Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung eines bestimmten Objekts, Anbieters oder Standorts. Er gibt eine persönliche Einordnung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen und eigener, noch laufender Prüfung wieder; einzelne Angaben Dritter waren zum Redaktionszeitpunkt nicht abschließend verifiziert. Immobilien im Ausland unterliegen fremdem Recht sowie Währungs-, Liquiditäts- und Totalverlustrisiken; steuerliche und aufenthaltsrechtliche Fragen sind vorab mit qualifizierten Beratern zu klären. Modellrechnungen sind Annahmen, keine Prognosen. Rechtsstand: September 2026.