Wie sich StrategyMarket als konservative Vermögensverwaltung einsetzen lässt und was die ersten fünf Monate eines echten Mandats über das Mischungsverhältnis zeigen.
Vor mir liegt die Portfolioübersicht eines Mandanten zum 30. September. Verwaltetes Vermögen: 2,6 Millionen Euro, verteilt auf fünf Strategien, die ersten Käufe fanden Anfang Mai statt. Wer bei einer Vermögensverwaltung mit Strategien von Vanguard, BlackRock und Dimensional an ein Wachstumsdepot denkt, stutzt beim größten Posten. 1,71 Millionen Euro, knapp zwei Drittel des Ganzen, liegen im Geldmarkt.
Das ist weder ein Versehen noch Unentschlossenheit. Es ist die bewusste Einstellung eines Anlegers, der sein Vermögen professionell verwalten lassen, aber nur einen begrenzten Teil davon den Schwankungen der Kapitalmärkte aussetzen will. Gerade jetzt. Und es zeigt eine Eigenschaft von StrategyMarket, die in der Diskussion über einzelne Strategien leicht untergeht: Das Risiko des Gesamtdepots legt der Anleger selbst fest, über die Gewichtung der Bausteine.
Das Risiko steckt im Mischungsverhältnis
Die Aufteilung im Einzelnen. Rund 256.000 Euro, knapp zehn Prozent, liegen im Vanguard Global LifePlan 100, einer reinen Aktienstrategie über Industrie- und Schwellenländer. Sie trägt die Geeignetheitsstufe 7 und ist damit der offensivste Baustein des Depots. Je rund 210.000 Euro, jeweils gut acht Prozent, entfallen auf drei Strategien der mittleren Stufe 5: BlackRock Focus Moderate mit seinem Schwerpunkt auf Euro-Anleihen, Dimensional defensiv mit der wissenschaftlich hergeleiteten Faktorlogik des Hauses in vorsichtiger Dosierung und unsere eigene Money-Coaching Balance, die bei höchstens 40 Prozent Aktien zusätzlich Gold, Rohstoffe und Infrastruktur beimischt.
Den Rest hält die Geldmarkt-Strategie auf Stufe 0. Sie folgt dem €STR, dem Zinssatz, zu dem sich Banken über Nacht Euro leihen. Wie dieser Baustein funktioniert und worin er sich vom Tagesgeld unterscheidet, haben wir im Beitrag „Der höchste Zins ist nicht dasselbe wie der beste Parkplatz” beschrieben.
Zusammengerechnet arbeitet ein gutes Drittel des Vermögens, rund 890.000 Euro, mit echter Kursschwankung. Selbst wenn man alle vier Strategien vollständig als Aktien zählte, was nur für Vanguard zutrifft, läge die Aktienquote des Gesamtvermögens unter 35 Prozent. Tatsächlich liegt sie spürbar darunter. Für ein Vermögen dieser Größe ist das eine ausgesprochen vorsichtige Aufstellung, und sie ist aus sehr guten Bausteinen zusammengesetzt, die jeder andere Anleger in anderer Gewichtung ebenso nutzen kann.
Ein Zehntel des Geldes, mehr Ertrag als zwei Drittel
Seit Mai hat der Vanguard-Baustein 9,56 Prozent zugelegt, Money-Coaching Balance 2,76, BlackRock 2,64, Dimensional 1,33 und der Geldmarkt 0,90 Prozent. Letzteres entspricht aufs Jahr gerechnet ziemlich genau dem Geldmarktzins, mehr soll dieser Baustein auch nicht leisten. Mit dem heutigen Volumen gewichtet ergibt sich für das Gesamtdepot ein Plus von rund 2,08 Prozent, ein Näherungswert, weil einzelne Zu- und Abflüsse nicht berücksichtigt sind.
Aufschlussreich wird es, wenn man die Prozente in Euro übersetzt. Grob gerechnet hat der Vanguard-Anteil von 256.000 Euro in diesen fünf Monaten gut 22.000 Euro erwirtschaftet. Die 1,71 Millionen im Geldmarkt brachten zusammen rund 15.000 Euro. Ein Zehntel des Vermögens hat also mehr beigetragen als zwei Drittel. Hätte der Mandant alles im Geldmarkt belassen, stünden etwa 23.000 Euro Ertrag zu Buche; mit der gewählten Mischung sind es rund 54.000.
Daraus lässt sich ablesen, wie der Regler funktioniert.
Die vier Risikobausteine kamen in diesem Zeitraum im Schnitt auf knapp 4,4 Prozent. Hätte der Mandant nur ein Fünftel statt eines Drittels in sie gelegt, läge das Gesamtdepot bei etwa 1,6 Prozent. Bei einer hälftigen Aufteilung wären es rund 2,6 Prozent gewesen. Das ist eine Rechenübung mit den Zahlen dieser fünf Monate und ausdrücklich keine Prognose. Sie zeigt aber, dass der Anleger mit einer einzigen Entscheidung, dem Verhältnis zwischen Parkplatz und Motor, das Profil seines gesamten Vermögens festlegt.
Was fünf Monate nicht beweisen
Ehrlich bleibt ehrlich: Fünf Monate sind ein kurzes Fenster, und es war ein freundliches. Der Mandant ist nach den Turbulenzen im April eingestiegen. Einen echten Belastungstest hat dieses Depot noch nicht erlebt. Kommt er, dreht sich die Reihenfolge um. Ein Rückgang von 20 Prozent im Vanguard-Baustein kostete rund 51.000 Euro, mehr als die 1,71 Millionen im Geldmarkt bei heutigem Zinsniveau in einem ganzen Jahr erwirtschaften. Der Regler wirkt in beide Richtungen, und genau deshalb steht er bei diesem Anleger dort, wo er steht.
Auch die Rangfolge der Balken sollte man nicht als Tabelle der Besten lesen. Dass Dimensional defensiv mit 1,33 Prozent am unteren Ende der Risikobausteine liegt, ist in einer steigenden Aktienphase die erwartbare Folge seiner Aufgabe. Und der konservative Kern hat seine eigenen Grenzen. Ein Geldmarktbaustein fällt nicht unter die Einlagensicherung, sein Zins sinkt mit jeder Zinssenkung der EZB, und über viele Jahre erhält ein so hoher Liquiditätsanteil zwar den Nennwert, gegen die Inflation kommt er aber nur knapp an. Wer derzeit zwei Drittel seines Vermögens parkt, tauscht in dieser Zeit Schwankungsrisiko gegen Kaufkraftrisiko. Das kann für eine bestimmte Lebensphase genau richtig sein, als Dauerzustand sollte man es regelmäßig überprüfen und so ist es seitens des Mandanten auch nicht gedacht.
Der praktische Vorteil liegt darin, dass sich die Einstellung ändern lässt, ohne das Depot neu aufzubauen. Wer mehr Tempo will, verschiebt schrittweise Geld vom Geldmarkt in eine der Strategien; wer vorsichtiger werden möchte, geht den umgekehrten Weg. Die Bausteine bleiben dieselben, und an der Gewichtung verdienen wir nichts dazu, gleich ob Sie zwei Drittel parken oder alles in Aktien halten. Welches Verhältnis zu Ihrer Lage passt, klären wir im persönlichen Gespräch; die Entscheidung trifft allein der Anleger.
Konservativ ist kein Produkt, das man kauft. Es ist ein Verhältnis, das man einstellt.
Risikohinweis: Keine Anlage ist ohne Risiko. Der Wert eines Investments unterliegt Marktschwankungen und kann sowohl steigen als auch fallen; bei ungünstiger Entwicklung kann das eingesetzte Kapital zuzüglich der entstandenen Kosten ganz oder teilweise verloren gehen. Die genannten Zahlen stammen aus dem anonymisierten Depot eines einzelnen Mandanten mit Stand 30. September 2026 und beziehen sich auf einen Zeitraum von rund fünf Monaten seit den ersten Investitionen im Mai 2026. Sie sind nicht repräsentativ und erlauben keine Rückschlüsse auf andere Depots oder Zeiträume. Die Gesamtwertentwicklung ist ein mit dem aktuellen Volumen gewichteter Näherungswert ohne Berücksichtigung unterjähriger Zu- und Abflüsse; die Euro-Beträge und Szenarien sind vereinfachte Modellrechnungen zur Veranschaulichung, kein Angebot und keine Zusage. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Die Geeignetheitsstufe reicht von 0 (geringstes Risiko) bis 7. Geldmarktbausteine unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung; bei international ausgerichteten Anlagen können Währungsrisiken hinzukommen. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Anlageentscheidungen im Rahmen der gewählten Strategien trifft der beauftragte, BaFin-regulierte Vermögensverwalter; die Begleitung durch Money-Coaching erfolgt honorarbasiert und ohne Vertriebsprovisionen. Die Entscheidung über Auswahl und Gewichtung der Strategien bleibt bei Ihnen.
Ein juristischer Hinweis noch: Art. 44 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 verlangt in Beiträgen dieser Art, dass Angaben zur früheren Wertentwicklung auf vollständigen Zwölfmonatszeiträumen beruhen. Ein Einzelmandat über fünf Monate ist dort angreifbar. Trotzdem haben wir uns entschieden, hier nicht die einzelnen Wertentwicklungen in den Fokus dieses redaktionellen Beitrags zu stellen sondern die individuelle Kombinationsmöglichkeiten direkt durch den Anleger.












