Die Diskussion um eine globale Vermögensabgabe nimmt Fahrt auf. Die G20-Länder planen, sich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Doch wer wird von dieser Abgabe betroffen sein, und wie könnte sie Investitionen beeinflussen? Sebastian Hell ist seit 2005 als erfolgreicher Unternehmer in der deutschen Finanzbranche tätig. 2019 gründete er das Projekt „Hell Investiert“ mit inzwischen über 100.000 Followern in den sozialen Medien. In einem aktuellen Gastbeitrag auf Focus Online gibt Einblicke in die möglichen Auswirkungen dieser Steuer.

Anlass der Diskussion

Die Vermögensabgabe steht auf der Tagesordnung des G20-Treffens im November. Deutsche Politiker und ihre Kollegen aus anderen Ländern unterstützen diese Maßnahme und sehen sie als effektive Methode zur finanziellen Umverteilung.

Vorreiterländer

Einige Länder, darunter Brasilien, Deutschland, Spanien und Südafrika, setzen sich aktiv für die Einführung einer globalen Vermögensabgabe ein. Sie argumentieren, dass eine solche Steuer zusätzliche Mittel für wichtige globale Initiativen bereitstellen könnte.

Wer wird betroffen sein?

Ursprünglich zielt die Vermögensabgabe darauf ab, die reichsten Schichten, insbesondere Milliardäre, stärker zu besteuern. Doch Vorschläge von politisch stark linken Organisationen wie Oxfam deuten darauf hin, dass auch Personen mit einem Vermögen von weniger als 5 Millionen Dollar betroffen sein könnten. Dies zeigt eine mögliche Ausweitung der Abgabe auf eine breitere Bevölkerungsschicht. Je höher die Verschuldung der Staaten ansteigt, desto weiter nach unten könnte die Vermögensabgabe angepasst werden. Wie schnell können dann aus 5 Millionen vielleicht 2 Millionen werden?

Auswirkungen auf Investitionen

Eine globale Vermögensabgabe könnte erhebliche negative Auswirkungen auf Investitionen haben. Reiche Investoren verlagern ihr Kapital bereits jetzt schon in Länder, die günstigere Steuerbedingungen bieten. Dies wird im weiteren Verlauf dazu führen, dass weniger Geld für Unternehmensgründungen und -expansionen zur Verfügung steht und somit das wirtschaftliche Wachstum weiter gehemmt wird.

Möglichkeiten zur Vermeidung

Sehr reiche Personen haben Möglichkeiten, die Vermögensabgabe zu vermeiden, indem sie nicht nur Kapital sondern auch ihren Wohnsitz bzw. ihren Lebensmittelpunkt in Länder verlegen, die keine solche Abgabe erheben. Außerdem können sie durch einige ausgesuchte rechtliche Strukturen ihr Vermögen schützen. Für alle anderen – insbesondere für Unternehmer und Gesellschafter von Kapitalgesellschaften – ist dies nicht so einfach möglich, weswegen am Ende eine Vermögensabgabe nicht nur von Milliardären, sondern vor allem von Bürgern getragen wird, die ihren Wohnsitz nicht einfach ändern können.

Fazit

Die geplante globale Vermögensabgabe der G20-Länder könnte weitreichende Auswirkungen haben, die über die Besteuerung von Milliardären hinausgehen. Anleger sollten die Entwicklungen genau beobachten und ihre Anlagestrategien entsprechend anpassen, um mögliche negative Effekte auf ihre Investitionen zu minimieren. Finanz-Experte Sebastian Hell empfiehlt, sich rechtzeitig mit den neuen Regelungen auseinanderzusetzen und gegebenenfalls alternative Anlagestrategien zu erwägen.

Wir halten das Thema weiterhin auf der Agenda und nehmen es sofern notwendig ad hoc in das folgende Marktupdate auf. Hintergrundinformationen und Ideen für Strategien finden Sie hier in weiteren redaktionellen Beiträgen.