(“It’s the economy, stupid!”. Mit diesem Wahlkampf-Slogan gewann Bill Clinton 1992 die US-Präsidentschaftswahlen. Und das, obwohl der damalige Amtsinhaber George Bush ein Jahr davor – kurz nach der Invasion im Irak – noch Zustimmungswerte von 90 Prozent erhalten hatte. Scheinbar ist eine funktionierende Ökonomie in einem Industrieland wahlentscheidend.)

Wenn es um die Wirtschaft eines Landes geht, sollten die Bürger fundierte, objektive Informationen erhalten. Das ist besonders wichtig, weil die Wirtschaft nicht nur von Zahlen und Prognosen lebt, sondern auch stark von der Stimmung der Menschen beeinflusst wird. Wenn ein Ökonom in einer breiten Öffentlichkeit also die wirtschaftliche Situation beschönigt oder politische Agendas verfolgt, kann das nicht nur die öffentliche Meinung, sondern auch reale wirtschaftliche Entscheidungen beeinflussen.

In der Sendung von Maybrit Illner in der vergangenen Woche schien Marcel Fratzscher für mich genau das zu tun: Statt eine umfassende Analyse zu bieten, präsentierte er die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands eher als “positive Begleiterscheinungen” und teilweise sogar als nicht existent. Dabei hat er in der Vergangenheit mehrfach seine Position zu wirtschaftlichen Fragen geändert, je nachdem, was politisch opportun erschien. Solche Veränderungen in der Analyse lassen die Frage aufkommen, wie viel von Fratzschers Meinung von einer verborgenen Agenda beeinflusst ist.

Was diese Art der Berichterstattung so problematisch macht, ist die Tatsache, dass sie nicht nur die Öffentlichkeit verwirrt, sondern auch das Vertrauen in Experten und die Medien allgemein erodiert. Es ist wichtig zu erkennen, dass jeder Experte, so sachkundig er auch sein mag, seine eigenen Vorurteile und vielleicht sogar politische Agenden hat. Um die Fakten klar und unverfälscht zu präsentieren, braucht es eine gewisse Unabhängigkeit von der Politik und den herrschenden Parteien.

In dieser Hinsicht hat für mich der Ökonom Dr. Daniel Stelter in seinen Podcasts eine wohltuende Alternative geschaffen. Stelter verzichtet auf politische Schlagworte und hält sich an die Fakten, was ihm eine seltene Unabhängigkeit in der Welt der Wirtschaftsanalyse verleiht. Er stellt eine breite Palette von wirtschaftlichen Themen dar, ohne dabei die Informationen durch eine politische Linse zu filtern.

In einer Zeit, in der unsere Welt komplexer und unvorhersehbarer wird, ist es unerlässlich, Experten zu haben, die der Öffentlichkeit eine klare, unvoreingenommene Einschätzung der Lage bieten können. Nur so können Bürger, Unternehmen und letztlich auch Politiker fundierte Entscheidungen treffen. Daher ist es wichtiger denn je, die politische Nähe und die Agenda eines jeden Experten kritisch zu betrachten, bevor wir ihre Analysen als unumstößliche Wahrheit akzeptieren.

Hören Sie also gerne in diejenigen Podcast-Folgen hinein, die ich persönlich als absolut hörenswert erachte und daher hier auf dieser Plattform einbinden lasse.

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Ihr

Frank Seidel